Ver-ITIL-t


Prozess: Financial Management

Zielstellung des Financial Managements

Vor dem Hintergrund der Betrachtung von Effektivität und Effizienz stehen im Financial Management folgende wesentliche Punkte im Vordergrund: die Bestimmung, Verrechnung und Wertung der Kosten von Services. Ohne das Wissen über entstehende Kosten ist eine Verrechnung (Billing) mit dem Leistungsabnehmer nur schwer möglich.

Darüber hinaus dient der Prozess der Optimierung der Beschaffungs- und Erbringungskosten, sowie der Erhöhung der Planungssicherheit.

Begrifflichkeiten im Financial Management

Die Gliederung der Kosten in

  • direkte vs. indirekte Kosten
  • feste vs. variable Kosten
  • Kapitalkosten vs. Betriebskosten

ist bereits einen Vorgriff auf die Verrechnungsmodelle (-> Aktivitäten). Darüber hinaus fällt der Begriff der BIA (Business Impact Analyse), anhand derer Auswirkungen auf das Geschäft untersucht werden. Als einfaches Beispiel kann der Service Desk herhalten. Welchen Effekt hätte die Erhöhung der Manpower (um 25%)?  Die Antwort sollte eine nachvollziehbare Handlungsempfehlung sein (Reduktion der Antwortzeiten um 30%; Erhöhung der Erstlösungsrate um 15%; …).


Grundsätze des Financial Managements

Dem ITIL-Grundsatz der Nachfragesteuerung folgend gilt auch im Financial Managment die Kundenzentrierung als Basis. Die Erhaltung der Übersicht kann mittels der Abstraktionsebene “Service” gesichert werden – gerade weil diese als Schnittstelle über die gesamte ITIL Verwendung findet. Was im Service Design entsteht, mittels Service Level Aggreements abgesichert und dem Kunden folgend zur Verfügung gestellt wird, dem Monitoring unterliegt und permanent verbessert werden soll, muss einen bekannten Preis und bekannte Kosten haben. Es spielt dabei keine Rolle, in welchem Stadium des Lebenszyklus sich der Service befindet.

Die Ausrichtung der IT kann zwei Grundsätzen folgen. Während die internen Dienstleister historisch meist als Cost Center verstanden werden, haben sich externe Dienstleister schnell das Prädikat Profit Center ausgestellt. Cost Center sind meist Organisationseinheiten ohne signifikanten Erfolgsdruck, da eine externe Beauftragung von Dienstleistungen mit hohen Hürden verbunden ist. Der Wandel zum Profit Center soll mit Transparenz und Qualitätsvorteilen einhergehen – zu diesem Zweck werden die Maßstäbe des freien Marktes angesetzt. Während Cost Center budgetiert werden unterhalten Profit Center eine eigene Erfolgsrechnung. Die Überdeckung der entstandenen Kosten durch Erlöse gilt als Indikator für eine erfolgreiche IT. Die Ausrichtung zielt neben den genannten Zielen auch auf die Sourcing Strategie.

Aktivitäten im Financial Management

Die Hauptaktivitäten lehnen sich an die klassischen Methoden des Controllings an. Empfohlen werden die Kostenarten-, Kostenträger- und Kostenstellenrechnung. Darüber hinaus findet man die Prozesskostenrechnung als verhältnismäßig neuen Ansatz. Neben der Aufstellung und Pflege der Methodik liegt eine weitere Herausforderung in der Integration in das Unternehmenscontrolling. Weitere Ansätze finden sich im TCO (Total Cost of Ownership) und RoI (Return on Investment).

Ähnliche Inhalte

Category: Financial Management – Stefan –
!-- Piwik -->